Werter Herr Dr. Ebenburger


ich schreibe Ihnen, weil ich Ihre heutigen Aussagen in der Amberger Zeitung, die sich mit der CSU-Fraktion befassen, nicht nur für äußerst schlechten Stil halte, sondern Sie hiermit auch auffordere, sich für Ihre Wortwahl zu entschuldigen.

Wie Sie über das Ausscheiden von unserem geschätzten Kollegen Dr. Eberhard Meier aus der CSU und der Stadtratsfraktion denken, sei Ihnen überlassen. Ebenso, wie Sie diese Tatsachen bewerten. Die CSU als „ziemlich verlotterten Haufen“ zu bezeichnen, ist jedoch übelstes Niveau. Sie beleidigen damit nicht „nur“ einmal mehr den Oberbürgermeister oder 18 weitere Stadtratskollegen, sondern auch hunderte ganz normale Mitglieder in Amberg (übrigens unter ihnen auch einige Ärzte…) und irgendwo auch tausende in Bayern! Diese Wortwahl gehört sich nicht. Ich (und sicher viele weitere CSU’ler) erwarte(n) von Ihnen dafür eine (öffentliche) Entschuldigung.

Das Innenleben der CSU-Stadtratsfraktion öffentlich zu beurteilen – nicht mal auf „Stammtischniveau“ – bzgl. Dr. Meier mit „ganz schön gepiesackt“ und bzgl. Dr. Schöberl mit „weggebissen“ – steht Ihnen bei der von Ihnen gewählten Wortwahl einfach nicht zu. Dazu fehlt Ihnen offen gesagt jeglicher Einblick (und auch Durchblick). Wenn Sie derartige Äußerungen im privaten Umfeld tätigen, finde ich das zwar immer noch würdelos, aber das wäre dann Ihre Sache. Öffentlich ist es völlig daneben.

In den letzten Monaten hatte ich eigentlich im Großen und Ganzen das Gefühl, die Stimmung innerhalb des „Kollegialorgans“ Stadtrat hätte sich nach den Turbulenzen im Jahr der Stadtratswahl etwas gebessert, vor allem auch, weil es gerade den 2008 neu eingezogenen Stadtratsmitgliedern aller Fraktionen (auch Ihrer!) am Herzen liegt, die Sachpolitik wieder mehr in den Vordergrund zu rücken (was im Übrigen durchaus gelungen war). Wenn Sie nun die oben erwähnte Wortwahl wählen, frage ich mich bei aller sachlich (!!) motivierten Rivalität schon, ob die Kollegen Ihrer Fraktion diese auch gutheißen. Beginnen auch Sie persönlich endlich, Sachpolitik zum Wohle der Amberger Bürger zu machen und nicht ständig (und fast ausschließlich) mit ehrrührigen Aussagen zu erscheinen.

Auf hoffentlich kollegiale Zusammenarbeit – mit sachlich geprägten Diskussionen in der Zukunft – verbleibe ich

mit besten Grüßen

Ihr Stefan Ott


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