Amberg noch familien- und seniorengerechter

Neben optimalen Bedingungen zur Ansiedlung bzw. zum Verbleib junger Familien tritt die CSU-Stadtratsfraktion angesichts des demographischen Wandels für eine noch seniorenfreundlichere bzw. seniorengerechtere Politik in unserer Stadt ein.

Die Erhöhung der Lebenserwartung und das weitere Altern der Gesellschaft stellen uns vor neue Herausforderungen. Das Statistische Landesamt prognostiziert für Amberg bis 2028, dass wir dann 2000 Bürger mehr zwischen 60 und 75 und 1300 Bürger mehr haben werden, die älter als 75 Jahre sind. Das sich stetig verändernde Verhältnis zwischen den Generationen verpflichtet uns zu Vorsorge und Prävention.

Wir stellen uns zudem auf die Rückkehr vieler älterer Menschen aus den Gemeinden des Umlandes in die Stadt ein. Senioren werden zunehmend auf die vielfältigen infrastrukturellen Vorteile der Stadt (kurze Wege, hauswirtschaftliche, therapeutische, medizinische und pflegerische Versorgung, Freizeitgestaltung) zurückgreifen.

Viele Dinge sind schon auf den Weg gebracht; unser besonderes Augenmerk muss deshalb auf dem Erkennen und Beheben von Defiziten liegen, denn immer mehr Menschen werden auf institutionelle und professionelle Hilfe angewiesen sein:


Durchgängiges Angebot von Seniorenwohnungen, über Betreutes Wohnen, Hausgemeinschaften, teil- und vollstationäre Pflegeeinrichtungen, ambulante und stationäre Versorgung im Klinikum bis hin zu Palliativversorgung und Hospiz
Förderung unterschiedlicher Wohnformen mit ambulanter Hilfe (verschiedene Serviceleistungen)
Präventive Umweltgestaltung (Beseitigung von Barrieren; Schaffung einer Umwelt, die zu Aktivitäten motiviert)
Hinweise auf WC-Anlagen bzw. deren Ausbau
Beachtung von Größe und Kontrasten bei Straßennamen, Hausnummern und anderen Beschilderungen
Ausreichend lange Ampelphasen bei Straßenübergängen
Ergänzung von Treppen mit Handläufen bzw. Stufenmarkierung im öffentlichen Verkehrsraum
Schaffung weiterer Sitzgelegenheiten (Höhe, Armlehnen)
Rollstuhlgerechte, barrierefreie Eingänge; Erreichbarkeit durch Aufzüge
Berücksichtigung von Einschränkungen bei Seh- und Hörfähigkeit, Motorik und Sensibilität
Nutzbarkeit vorhandener Verkehrssysteme
Ausreichende Beleuchtung
Schaffung eines Senioren-Informationsnetzwerks
Förderung und Unterstützung bürgerschaftlichen Engagements

Unter dem Stichwort „Seniorenfreundliche Stadt“ haben bereits wichtige zukunftsweisende Weichenstellungen unter Federführung der CSU-Stadtratsfraktion stattgefunden wie beispielsweise:


Entwicklung und Umsetzung eines dezentralen Altenheim-Konzepts
Aufrechterhaltung städtischer Förderung für Neubau, Erweiterung und Sanierung von Pflegeeinrichtungen auch nach Einstellung der staatlichen Förderung
Entscheidung zur Errichtung eines modernen Seniorenheims an der Florianstraße zugunsten eines pflegerisch nicht mehr zumutbaren bzw. verantwortbaren Betriebs im Bürgerspital
Städtische Angebote (Seniorenstelle, Fachstelle für pflegende Angehörige, Rentenberatung, Pflegeplatzbörse, regelmäßige Seniorengespräche und -fahrten, finanzielle Förderung der Altenhilfe, Beratung vor Ort: „Wir kommen zu Ihnen“, Seniorenticket für Stadttheater, mobiler Bücherdienst der Stadtbibliothek)
Veranstaltungen (Seniorentage, Volksmusikfest für Senioren)
Neuauflage eines städtischen Seniorenwegweisers
Innovative Planungen für ein Innenstadt-Servicezentrum für Senioren für Beratung, Wohnen und Betreuung auf dem Areal des Bürgerspitals
Berücksichtigung senioren- und behindertengerechter Beläge oder Absenken von Bürgersteigen im Zuge von Straßensanierungen (insbesondere im Innenstadtbereich)
Mehrgenerationenhaus unter dem Dach der Elternschule
Umsetzung eines 100-Bänke-Programms in 2009

Festzustellen ist, dass viele Maßnahmen für Senioren deckungsgleich mit den Interessen junger Familien sind, was umgekehrt nicht unbedingt zutrifft.

Der demographische Wandel fordert uns heraus.

Unsere Antwort darauf lautet, Senioren in Amberg attraktive Rahmenbedingungen zu bieten, ihre Selbstständigkeit und Unabhängigkeit möglichst lange zu erhalten und zu fördern und damit Abhängigkeit und Hilfsbedürftigkeit möglichst lange abzuwenden.

Bei Hilfebedarf müssen sie optimale Versorgungsstrukturen vorfinden.

Wir verfolgen deshalb das Ziel für Amberg, ein seniorenpolitisches Gesamtkonzept zu erstellen. Wir bitten die Stadtverwaltung zu prüfen, wie erste Schritte zu einem solchen Konzept auf die Reihe gebracht werden können. Konkret könnten wir uns vorstellen, notwendige Anforderungen und Grundlagen hierfür, über einen durch die Bertelsmannstiftung moderierte Workshops, zu ermitteln.


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