Innenstadt Servicezentrum für Senioren
Zentrum für Beratung, Wohnen und Betreuung
Den in der Bevölkerung nach wie vor geschürten Ängsten und Fehlinformationen muss endlich wirkungsvoll begegnet und die Diskussion auf eine sachliche Grundlage gestellt werden.
Die Bürgerinnen und Bürger sollen erfahren, dass es sich bei den städtischen Planungen auf dem Gelände an der Bahnhofstraße um eine Maßnahme handelt, die dem tatsächlichen Bedarf und den Interessen der Betroffenen entspricht.
Wer der stationären Einrichtung „Bürgerspital“ innerhalb der alten Bausubstanz eine gesicherte Zukunft vorgaukelt, hat entweder von der Materie keine Ahnung oder erzählt bewusst Unsinn.
Die Orientierung an den Kriterien des KDA (Kuratorium Deutsche Altenhilfe) in Sachen qualitative Mindeststandards, Service- und Vertragsinhalte für das Betreute Wohnen kann nur unterstützt werden. Aber auch das „echte“ Betreute-Wohnen-Angebot des Wallmenichhauses könnte als Modell dienen.
Wissenschaftliche Studien untermauern, dass Betreutes Wohnen – so wie es am jetzigen Standort des Bürgerspitals geplant ist – eher den Bedürfnissen nachfolgender Generationen entspricht. Darüber hinaus kommt Betreutes Wohnen dem gesetzlichen Auftrag „ambulant vor stationär“ entgegen.
Sich aber nur auf eine Definition „Betreutes Wohnen“ für den heutigen Standort des Bürgerspitals festzulegen, ist uns zu wenig.
Das Projekt muss in einem größeren Zusammenhang gesehen werden.
Die CSU-Fraktion will ein Innenstadt-Servicecenter für Senioren realisieren. Das heißt konkret ein Zentrum für Beratung, Wohnen und Betreuung, so wie es der Oberbürgermeister bereits im vergangenen Jahr vorgestellt hat.
Unseren Vorstellungen nach soll das Servicezentrum für Senioren aus seniorengerechtem, barrierefreiem Betreuten Wohnen, einer Altentagesstätte (evtl. auch Tagespflege) sowie der Seniorenstelle und Angehörigenberatung der Stadt Amberg bestehen.
Hierzu ist insbesondere die Sitzverlegung der Pflegeambulanz der Bürgerspitalstiftung an die Bahnhofstraße zu vollziehen.
Zu untersuchen ist, ob und wie neue Wohnformen des Zusammenlebens von Senioren wie z.B. Senioren-WG’s oder Hausgemeinschaften auf dem Bürgerspitalareal innerhalb des Betreuten Wohnens realisiert werden können.
Das von Manfred Zehe am 1. Oktober 2007 im Stadtrat vorgestellte Gutachten des Instituts „Modus“ für angewandte Wirtschafts- und Sozialforschung aus Bamberg sieht in Amberg Bedarf für Betreutes Wohnen gegeben.
Besonders wichtig ist uns dabei, dass unsere Senioren auch bei Pflegebedürftigkeit - selbst bis in Pflegestufe III - in ihrer vertrauten Umgebung verbleiben können - solange die Pflege dort gesichert werden kann. Starke Hinlaufgefährdung bei Demenzerkrankten, Selbst- oder Fremdgefährdung bei Desorientierten sowie intensivpflegerische Maßnahmen (z.B. bei Beatmungspatienten) setzen dem natürliche Grenzen.
Aus unserer Sicht ist ein Mietmodell (Wohnungen werden vom Nutzer angemietet und nicht käuflich erworben) dem Kaufmodell vorzuziehen. Wenn möglich sollte in ähnlicher Weise wie beim Wallmenichhaus ein Investor für das Objekt gefunden werden.
Niemand vertreibt also unsere alten Menschen aus der Innenstadt!
Ganz im Gegenteil: Auf dem Bürgerspitalareal soll ein modernes Zentrum der Altenhilfe, eine zukunftsweisende und zukunftsfähige Anlaufstelle für die Senioren unserer Stadt entstehen. Damit ist gewährleistet, dass Rüstige wie auch mobile Pflegebedürftige am innerstädtischen, gesellschaftlichen Leben teilhaben können.
Nicht vergessen dürfen wir in dem Zusammenhang, dass mit dem Marienheim zur Deckung des stationären Bedarfs ein Pflegeheim im Innenstadtbereich besteht und bestehen bleibt.
Die CSU-Fraktion möchte deshalb die vorgetragenen Bestandteile eines Innenstadt-Servicezentrums für Senioren in einem Gesamtkonzept verankert sehen.
Martin Preuß

