Alle Wahlen wieder…

Alle Wahlen wieder…

Helmut Weigl


Offener Brief an Dr. Ebenburger

von Martin Preuss und Helmut Weigl

Sehr geehrter Herr Dr. Ebenburger,

leider haben Sie die Stadtratssitzung am Montag dieser Woche verstreichen lassen, ohne Ihre verbalen Entgleisungen bei der Nominierungsversammlung der Freien Wähler zu belegen oder zurückzunehmen. Nachdem das Geplänkel um Ihre Person die Sacharbeit im Amberger Stadtrat und die Verabschiedung des Haushalts 2008 nicht überlagern sollte, haben wir den Weg des Offenen Briefes an Sie gewählt.

Laut Amberger Zeitung vom 12. November 2007 „wetterten“ Sie unter anderem, dass im Amberger Kommunalparlament mehr Demokratie ermöglicht werden müsse und unterstellen damit dem Stadtrat, dass es hier nicht demokratisch oder nicht demokratisch genug zugeht.

Ein seltsames Verständnis von Demokratie meinen wir! Das wesentliche Merkmal einer Demokratie ist, dass alle Entscheidungen bei Anerkennung und Schutz der Minderheit nach dem Mehrheitsprinzip getroffen werden.

Und genau damit haben Sie ein Problem.Sie haben ein Problem damit, Mehrheitsentscheidungen zu akzeptieren und setzen in Folge Mehrheitsentscheidungen mit Amigo-Wirtschaft gleich.

Sie werfen mit Schmutz um sich und stellen sich als das Opfer dar.

Sie setzen Gerüchte in die Welt und verängstigen damit Menschen, um gleichzeitig die von Ihnen ausgelöste Verängstigung zu beklagen.

Sie stellen Behauptungen in den Raum und verunglimpfen Personen, bleiben jedoch die Beweise dafür schuldig.Wir erinnern an „Hammermeisterstraße“, „Staatliche Realschule“ oder „Bürgerspital“.

Das Schlimmste aber ist, dass Sie ein „Wiederholungstäter“ sind. Was wir aktuell den Medien entnehmen, ist nämlich die Fortsetzung Ihrer Tiraden aus dem Jahr 2001. Auch vor der letzten Kommunalwahl waren Sie sich für nichts zu schade, um in die Schlagzeilen zu kommen. Ein bekanntes Weihnachtslied könnte deshalb abgewandelt titeln: Alle Wahlen wieder…

Leider sind Sie dann fünf Jahre lang in der Versenkung verschwunden und haben sich als kommunalpolitisches Vakuum erwiesen. Ein paar Monate vor der Wahl wachen Sie plötzlich aus Ihrem Dornröschenschlaf auf, um als Rambo-Imitat unserer Stadt eine bessere und demokratischere Zukunft zu verheißen.

Herr Dr. Ebenburger, wir fragen Sie: Für wie dumm hält der OB-Kandidat der Freien Wähler eigentlich die Amberger Bürger? Sie sind doch alles, bloß nicht glaubwürdig. Die von Ihnen gern zitierte Demokratie lebt vom Mitmachen – und das eben nicht nur alle sechs Jahre.

Wenn Sie schon mehr Demokratie ermöglichen wollen, dann halten Sie sich bitte selbst an demokratische Spielregeln und wahren Sie politischen Anstand. Verzichten Sie auf niveaulose Äußerungen und hören Sie mit Ihren Diffamierungen auf.

Vermutlich werden Sie erwidern, „das habe ich nicht so gesagt, und wenn ich es so gesagt habe, dann habe ich es nicht so gemeint“. Wahrscheinlich werden Sie wieder lamentieren, man wolle Sie mundtot machen.

Nein, das wollen wir ausdrücklich nicht. Ganz im Gegenteil: Machen Sie endlich Ihren Mund auf und nennen Sie Ross und Reiter!

Stehen Sie zu Ihrer politischen Verantwortung. Bleiben Sie bei der Wahrheit. Üble Nachreden und offensichtliche Polemik führen zu mehr Politikverdrossenheit.

Demokratie braucht Fakten!

Mit freundlichen Grüßen


Martin J. Preuß & Helmut Weigl






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